Singvogelzug über der deutschen Nordsee

BfN Projekte Birdmove / Trackbird

Die deutschen Meeresgebiete werden regelmäßig von Landvögeln auf ihren Wanderungen zwischen den Brutgebieten in Nordeurasien (vor allem in Skandinavien) und den Zwischenrast- und Überwinterungsgebieten, die sich bis weit auf die Südhalbkugel erstrecken können, überflogen. Das Spektrum der beteiligten Arten reicht von kleinsten Singvögeln wie Goldhähnchen und Laubsängern bis zu Großvögeln wie Gänsen und Kranichen. Aufzeichnungen und Publikationen über Vogelerfassungen auf Inseln oder an der Küste gehen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In neuerer Zeit werden diese Aufzeichnungen noch durch Daten, die von Forschungsplattformen aus oder direkt auf See erhoben wurden, ergänzt. Insgesamt ergibt sich so ein guter Überblick über das Artenspektrum und oftmals auch über die Hauptzugzeiten und Rastgebiete der Zugvögel.

Trotz dieser langjährigen Beobachtung und Forschung sind noch immer viele Fragen zum Singvogelzug unbeantwortet. Einige dieser offenen Fragen wollen wir in unserem Projekt beantworten:

  • Welche individuellen Routen wählen Singvögel auf ihrem Zug über die Deutsche Bucht?
  • Welche intrinsischen und extrinsischen Bedingungen führen dazu, dass einzelne Individuen einer Art sich entschließen das offene Meer zu überfliegen oder der Küstenlinie zu folgen?
  • Unterscheiden sich Mittel- und Langstreckenzieher in der Wahl ihrer Zugrouten?
  • Beeinflussen Offshore-Windparks die Wahl der Zugrouten?

Hierzu bauen wir Telemetrie-Empfangsstationen an zahlreichen Standorten auf, welche die komplette deutsche Nordseeküste abdecken werden. Anschließend werden Singvögel besendert und deren individuelle Flugwege während der Zugzeit automatisch verfolgt. Weitere Details zum Projekt und der verwendeten Technik finden Sie in unserem Flyer.

Publikationen aus dem Projekt