Zum Hauptinhalt springen

Langzeitmonitoring von Schadstoffen mithilfe von Vogeleiern

Langzeitmonitoring ist unerlässlich, um die Belastung der Umwelt durch Schadstoffe zu verstehen. In einer neuen Studie nutzen wir 40 Jahre Messdaten zu persistenten organischen Schadstoffen (POPs) und Quecksilber in Eiern von Austernfischern und Seeschwalben, die im Wattenmeer brüten. Wir untersuchen dabei, ob sich die Schadstoffkonzentrationen zwischen den beiden Arten und an 17 verschiedenen Probenahmestandorten unterschieden und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.

Wir stellten fest, dass Flussseeschwalben höhere Schadstoffbelastungen aufwiesen als Austernfischer. Dies steht im Einklang damit, dass sie eine höhere trophische Ebene einnehmen, da sie sich von Fischen ernähren, während Austernfischer hauptsächlich Muscheln und Würmer fressen. Außerdem stellten wir fest, dass die Konzentrationen der meisten Organochlorverbindungen, nicht jedoch die des Quecksilbers, miteinander korreliert waren. Dies gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich möglicher synergistischer Effekte dieser Schadstoffe auf die Tierwelt.

Flussmündungen erwiesen sich eindeutig als Schadstoff-Hotspots. Erfreulicherweise nahmen die Konzentrationen aller untersuchten Schadstoffe – mit Ausnahme von Σ Chlordan – im Laufe der Zeit ab. Auch der Anteil der Eier, deren Quecksilbergehalt über dem niedrigen Risikobereich für schädliche Auswirkungen lag, ging seit Beginn des Monitorings zurück: von 74 % in den 1980er-Jahren auf 22 % in den 2020er-Jahren.

Bei einigen Schadstoffen war in den vergangenen Jahren jedoch ein leichter Wiederanstieg zu beobachten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitorings. Ein solches Monitoring sollte idealerweise auch neu auftretende Schadstoffe einbeziehen.