

Aviathlon und Zugvogeltage 2026
Jedes Jahr im Herbst kommen hunderttausende Wasser und Watvögel zum Rasten ins Wattenmeer. Ein echtes Spektakel! Es lohnt sich in dieser Zeit die Küste oder die ostfriesischen Inseln zu besuchen und die Formationen von Alpenstrandläufern und Knutts über dem Meer zu bewundern. Zu sehen wie die Goldregenpfeifer wie eine goldene Wolke im Sonnenlicht glitzernd in großen Gruppen bei Hochwasser auf den Wiesen hinterm Deich rasten.
Um dieses Naturschauspiel zu präsentieren, die Faszination für den Vogelzug zu feiern und damit ein Bewusstsein für unsere große Verantwortung für den Lebensraum Wattenmeer zu schaffen, organisiert der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer jedes Jahr im Oktober die Zugvogeltage. Dort laden jede Menge Events und Aktionen rund um das Thema Zugvögel zum Staunen, Lauschen, Beobachten und Mitmachen ein.
Insbesondere der Aviathlon erfreut sich dabei großer Beliebtheit. Beim Aviathlon versuchen die Regionen am Festland vom Dollart bis an die Unterelbe und die vorgelagerten Inseln von Borkum bis Neuwerk innerhalb von 8 Tagen so viele Vogelarten wie möglich zu beobachten. Welche Insel hat die Nase vorn? In welcher Region am Festland werden die meisten Vogelarten festgestellt?
Auch das Institut ist natürlich dabei. An einem sonnigen Nachmittag zog eine Gruppe von Mitarbeitern los, um Wilhelmshaven in der Festlandswertung zu unterstützen. Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung hatten schon großartige Arbeit geleistet und nun ging es ans Lücken füllen. Mit den Fahrrädern fuhren wir vom Institut entlang der Maade an die Küste.
Auf dem Weg konnten wir schon Schnatterenten und Seeadler beobachten. An einem Kraftwerk-Turm genoss ein Wanderfalke die Aussicht in der Sonne. Bei den Möwen am Hafen wurde es interessant. Steppenmöwe und Mittelmeermöwe kommen insbesondere im Winter vereinzelt im Wattenmeer vor und fehlten noch für die Liste.
Möwen machen es uns Vogelbeobachtern nicht immer einfach, haben sie doch viele verschiedene Alterskleider und einige Arten sehen sich sehr ähnlich. Dennoch dauerte es nicht lange bis unser Team zwischen den hunderten Silbermöwen eine junge Steppenmöwe und eine ausgewachsene Mittelmeermöwe entdecken konnten. Zwei neue Arten für die Liste!
An der Küste entlang ging es zu einem kleinen Strand, wo weitere typische Vogelarten des herbstlichen Wattenmeeres auf uns warteten: Am Ufer liefen die kleinen Sandregenpfeifer zwischen den schlafenden Austernfischern umher, ein paar Steinwälzer und Meerstrandläufer suchten auf den Steinen nach Nahrung, Grau- und Silberreiher wateten durch das flache Wasser. Auf dem Meer dümpelten Eiderenten und Haubentaucher rum. Auch ein später Steinschmätzer schnappte auf einer Wiese nach Fliegen, jetzt aber schnell nach Afrika!
Aber nicht nur für Wasservögel ist das Wattenmeer ein wichtiges Rückzugsgebiet während der Rast oder sogar im Winter. Ohrenlerchen und Berghänflinge können hier an der Küste im Spülsaum entdeckt werden, wo sie nach kleinen Samen picken. Auch wir konnten an diesem Tag diese typischen herbstlichen Singvögel des Wattenmeeres entdecken.
Am Ende gelang noch der Nachweis eines Waldwasserläufers am Institut, auch eine neue Art für die Liste. Insgesamt konnten wir auf unserer kleinen Tour über 45 Vogelarten entdecken und die Artenliste von Wilhelmshaven um drei Arten verlängern!
Insgesamt konnten in Wilhelmshaven in den acht Tagen 150 Vogelarten beobachtet werden, ein neuer Rekord! Aber nicht nur das, erstmals in der Geschichte des Aviathlon konnte Wilhelmshaven die Festlandswertung gewinnen! Zusammen mit Cuxhaven mit ebenfalls 150 Vogelarten teilen wir uns den ersten Platz. Bei den Inseln gewann Norderney mit 180 Vogelarten, ebenfalls ein neuer Rekord! Und weil es noch nicht genug Rekorde gab, auch die Anzahl insgesamt bei diesem Aviathlon beobachteten Vogelarten war mit satten 230 Arten ein neuer Rekord! Eine großartige Leistung aller Beobachter! Nächstes Jahr werden wir erneut versuchen, so viele Vogelarten wie möglich zu finden und die Zugvögel zu feiern. Vielen Dank an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer für die Organisation, es hat wie immer viel Spaß gemacht!

