Der Cryptochrom-Kompass

Zugvögel wie die Küstenseeschwalbe legen jährlich tausende Kilometer zurück um ihre Zielorte zu erreichen. Die Jungvögel mancher Vogelarten erreichen dabei den Zielort ganz ohne die Hilfe ihrer Eltern! Wie ist das möglich? Seit langem ist bekannt, dass Zugvögel das Magnetfeld der Erde zur Orientierung zu nutzen. Die molekulare Grundlage, die diesem faszinierenden, inneren Navigationssystem unterliegt, ist jedoch bisher nicht ausreichend verstanden.

Aktuelle Forschungsergebnisse von unserem Institut aus der Arbeitsgruppe von Miriam Liedvogel liefern hierzu neue und vielversprechende Erkenntnisse. Durch Evolutionsanalysen und Computermodelle konnte ein Zusammenhang zwischen Cryptochrom 4 und dem Zugverhalten von Vögeln identifiziert werden. Cryptochrom 4 gehört zu einer Proteinfamilie von Magnetsensoren und könnte maßgeblich an der molekularen Steuerung des inneren Kompasses von Zugvögeln beteiligt sein. Durch weitere Untersuchung wie z.B. Verhaltensexperimenten an Vogelarten denen Cryptochrom 4 fehlt, sollen die noch vorhandenen Wissenslücken in Zukunft weiter geschlossen werden.

Den vollständigen Artikel „Der Cryptochrom-Kompass“ findet ihr in der Ausgabe 06/2024 des Labor Journal – Magazin für Medizin- und Biowissenschaften.

Die Ergebnisse der Studie mit Corinna Langebrake als Erstautorin wurden im wissenschaftlichen Magazin Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences publiziert.